Was für ein Albtraum! Unsere META-Filmkritik zu Backrooms von Kane Parsons
Wir verraten, ob der Film mit Chiwetel Ejiofor und Renate Reinsve überzeugt – und ordnen die Urteile anderer Kritiker ein

Was für ein Hit! Schon jetzt ist "Backrooms" der erfolgreichste A24-Film aller Zeiten. Dabei ist Kane Parsons mit gerade mal 21 Jahren der jüngste Regisseur des Filmstudios. Doch wie steht es um die Qualität des Horrorfilms mit Chiwetel Ejiofor und Renate Reinsve? Ist der Hype gerechtfertigt? In der META-Filmkritik von KinoCheck erfahrt ihr, was wir von "Backrooms" halten – und was andere Kritiker sagen!
Darum geht's
Der Protagonist von "Backrooms" hat schon bessere Zeiten erlebt. Als Architekt ist Clark (Chiwetel Ejiofor) gescheitert. Stattdessen muss er nun Möbel verkaufen. Und alberne Piratenkostüme anziehen, um billige Werbespots für den Laden zu drehen. Obendrein wurde er von seiner Frau verlassen. Musste aus dem Haus ausziehen. Aus seinem Haus, wie er gerne betont. Alles, was ihm bleibt, ist der Griff zur Flasche – und der Gang zur Therapeutin Dr. Mary Kline (Renate Reinsve). Eines Tages macht Clarke eine unheimliche Entdeckung: Im Möbelladen findet er den Zugang zu einer Reihe seltsamer, scheinbar nicht enden wollender Räume. Doch das ist nicht alles: Offenbar lauert in diesen Räumen etwas. Etwas Grauenhaftes.
Das Highlight des Films
Was genau dort lauert, wollen wir natürlich nicht vorwegnehmen. Nur so viel: Es ist letztlich nicht entscheidend für den Impact dieses ungewöhnlichen Horrorfilms, der auf Kane Parsons' gleichnamiger YouTube-Webserie basiert. Der Reiz von "Backrooms" resultiert in erster Linie aus der Erkundung der mysteriösen, titelgebenden "Hinterzimmer". Zum einen mittels hektischer, verwackelter Aufnahmen im Found-Footage-Stil. Zum anderen durch langsame Kamerafahrten, die dem Protagonisten Clark durch die künstlich beleuchteten Räume folgen – und das Highlight des Films sind. Unterlegt von einem bizarren Klangteppich, lotet Kane Parsons den Raum in unheimlichen, glasklaren Bildern aus, an denen "Shining"-Regisseur Stanley Kubrick seine helle Freude gehabt hätte.
Das sehen viele Kritiker ähnlich. "Backrooms" wird in den meisten Reviews positiv, oft sogar hervorragend bewertet – und das liegt vor allem an der atmosphärischen Umsetzung. Der YouTuber Sebastian Gerdshikow von Film Bastion findet:
"Dieser Film ist so gut erzählt, so spannend aufgebaut und liefert visuell, auditiv so interessante Eindrücke, dass ich mir den, glaub ich, auch echt ein zweites Mal angucken muss."
Verschobene Realität
Im Laufe von "Backrooms" wird die Bedrohung konkreter, aber auch seltsamer. Die faszinierendsten Momente sind allerdings die, in denen die Realität nur leicht verschoben scheint. Seltsam aufeinander gestapelte Möbelstücke in einem ansonsten leeren Raum. Ein spiegelverkehrtes Stopp-Schild. Räume, die sich falsch an sich selbst erinnern, wie es an einer Stelle des Films heißt. Und dann die seltsam monochromen Wände – wie der Fiebertraum eines Innenarchitekten im Limoncello-Rausch: Ein Albtraum in Gelb!
Der ungewöhnliche Look des Films ist das, was auch der Großteil der anderen Kritiker immer wieder euphorisch hervorhebt. Besonders schön drückt es Amy Nicholson in der Los Angeles Times aus:
"'Backrooms' als Horrorfilm zu bezeichnen, trifft es nicht ganz. Es ist ein surrealistisches Gemälde in Bewegung."
Und für den YouTuber Robert Hofmann ist es "wie in so einem großen Großraumbüro, in dem kein einziger Mensch drin ist und du das Gefühl hast, das fühlt sich einfach falsch an."
An die Faszination des Anfangs reicht Parsons' Film gegen Ende nicht mehr ganz ran – auch wenn die Spannungsschraube deutlich angezogen wird. Lebt "Backrooms" zunächst vom schleichenden Suspense surrealer Irritationen, befinden wir uns schließlich in einem Survival-Horror-Thriller. Und mit uns die Therapeutin Dr. Kline: Den ungeschriebenen Regeln unzähliger Horrorfilme zufolge wird sie zum Final Girl, das ums Überleben kämpfen muss. Das Finale wirkt somit konventioneller, als der Weg dahin – eine albtraumhafte Atmosphäre strahlt der Film aber auch in diesen Szenen aus.
Starke Hauptdarsteller: Chiwetel Ejiofor und Renate Reinsve
Ohnehin ist in "Backrooms" alles eine Spur unkonventioneller, als man es erwarten würde. Auch die Entwicklung der beiden Protagonisten, bei der sich die Kritiker nicht ganz so einig sind wie bei der audiovisuellen Umsetzung. Für einige ist die Psychologisierung der Charaktere nicht schlüssig genug. Einer davon ist Graeme Guttmann von ScreenRant, der resümiert:
"Der Film bemüht sich zwar, die Psyche seiner Figuren zu ergründen, ist dafür aber nicht ganz gewappnet."
Wir finden die mit wenigen Pinselstrichen skizzierten Protagonisten dagegen durchaus reizvoll. Was nicht zuletzt an den hochgelobten Darstellern liegt. Chiwetel Ejiofor und Renate Reinsve verpassen ihren Figuren den Anstrich einer Normalität, die zunehmend bröckelt – und in einer irren Szene gipfelt, in der die Therapiesitzungen ad absurdum geführt werden. Wie die Stars diesen Schlagabtausch spielen, ist bemerkenswert: Dank ihrer nuancierten Performance wirkt das Ganze abstrus und doch tragisch, grotesk und doch plausibel. Als würden wir Menschen zusehen, die sich falsch an sich selbst erinnern.
Fazit: Von Kritikern wird der Film mit Lob überschüttet – was vor allem an der Atmosphäre, dem Sound und dem Look liegt. Auch wir finden: "Backrooms" ist ein faszinierender Horrorfilm – einen derartigen Albtraum hat es auf der Leinwand noch nie gegeben.
Im Kino startet "Backrooms" am 18. Juni 2026.
