Der Teufel trägt noch immer Prada: Unsere META-Filmkritik zu Der Teufel trägt Prada 2
Wir verraten, was ihr von der Rückkehr des Kultphänomens erwarten könnt – und was die Kritiker von der Fortsetzung halten
Andy, Miranda, Emily und Co. sind zurück! 20 Jahre sind seit der Veröffentlichung des Kulthits "Der Teufel trägt Prada" vergangen. Passend zum Jubiläum kommt nun die Fortsetzung in die Kinos. Mit dabei sind zahlreiche Darsteller aus dem Originalfilm – von Anne Hathaway über Meryl Streep bis hin zu Emily Blunt. Kann "Der Teufel trägt Prada 2" an den Erfolg des Vorgängers anknüpfen?
Wir haben uns die Fortsetzung angeschaut: In der META-Filmkritik von KinoCheck erfahrt ihr, was von "Der Teufel trägt Prada 2" zu erwarten ist – und wie der Film bei den Kritikern ankommt.
Darum geht's in der Fortsetzung
Andy Sachs (Anne Hathaway) hat sich ihren Traum erfüllt und sich zu einer angesehenen Journalistin entwickelt. Doch wie so viele Branchen hat auch die Medienbranche in der heutigen Zeit mit Problemen zu kämpfen – was Andy den Job kostet. Gleichzeitig steht es ebenso schlecht um Runway: Auch das Modemagazin steckt durch den technologischen Wandel sowie weiteren Herausforderungen in der Krise. Zudem sorgt ein Skandal für einen Medienaufschrei.
Als Andy bei einer Preisverleihung ein leidenschaftliches Plädoyer für den Journalismus hält, wird Runway-Besitzer Irv Ravitz (Tibor Feldman) auf sie aufmerksam. Er hat eine Idee: Andy soll das Image von Runway retten – zur Überraschung ihrer ehemaligen Chefin Miranda Priestly (Meryl Streep). Sofort steht das erste Meeting mit einer großen Luxusmarke an – unter der Leitung von Mirandas früherer "ersten" Assistentin Emily (Emily Blunt). Doch hier fangen die Probleme erst so richtig an...

Die Rückkehr von Miranda, Andy und Co.
Ein großer Pluspunkt der Fortsetzung ist sicherlich die Besetzung. Mit Anne Hathaway, Meryl Streep, Emily Blunt und Stanley Tucci werden die vier wichtigsten Darsteller aus "Der Teufel trägt Prada" wiedervereint. Dabei muss man kaum mit den Figuren "warm werden" - vielmehr fühlt es sich so an, als seien sie nie weg gewesen. Die Chemie des Ensembles ist ungebrochen.
Auch für Lenny von Cinema Strikes Back ist das genannte Quartett eines der großen Highlights des Films. Durch dasselbe Team vor und hinter der Kamera merke man die Ähnlichkeiten zum Originalfilm. Denn neben dem Cast kehren auch Regisseur David Frankel, Drehbuchautorin Aline Brosh McKenna sowie viele weitere zentrale Personen hinter den Kulissen für Teil 2 zurück.
"Ich habe [...] das Gefühl, dass man merkt, dass es fast ausschließlich das gleiche Team ist. Teil 2 hat nämlich denselben Spirit und Drive wie Teil 1. Meiner Meinung nach ist es eine organische und maßgeschneiderte Fortsetzung."
Auch wir können hier grundsätzlich zustimmen. "Der Teufel trägt Prada 2" ist auch für uns eine Fortsetzung im Geiste des Vorgängerfilms. Cast & Crew vor und hinter der Kamera haben hier sicherlich einen großen Anteil.
Eine Darstellerin wollen wir allerdings besonders hervorheben: Hollywood-Legende Meryl Streep glänzt einmal mehr in ihrer ikonischen Rolle als tyrannische Chefredakteurin. Insgesamt wird die Schauspielerin von vielen Kritikern als ein Highlight des Films betrachtet. Streep spielt Miranda Priestly mit der aus dem Original bekannten Art und Weise. Oder wie es Guy Lodge vom Branchenmagazin Variety treffend zusammenfasst: mit präziser Sprechweise, zurückhaltender Körpersprache und prägnanter Mimik.
Eine gelungene Fortsetzung?
Generell versucht man auf die Stärken des Originals zu setzen – mit sowohl positiven als auch negativen Folgen. Überzeugend sind dabei die dynamischen Montage-Sequenzen des Films. Miranda, Andy, Emily und Nigel bewegen sich in schicken Outfits zu passender Popmusik von Ort zu Ort. Szenen dieser Art fangen die Ästhetik der Modewelt gut ein und waren typisch für das Original und auch die 2000er.
Dennoch bringt der Ansatz des Films auch negative Aspekte mit sich. Einen Schwachpunkt nennt Bea von Moviepilot:
"Da sind immer mal wieder Fragmente einer richtig guten Fortsetzung drin, aber am Ende steht sich "Der Teufel trägt Prada 2" dann doch selbst im Weg. Es ist dann doch zu sehr ein Legacy-Sequel, was sich von seiner eigenen Nostalgie nicht lösen kann."
Sie kritisiert, dass der Film sich viel zu oft selbst referenziere. Man versuche dabei ikonische Momente wie im ersten Film zu erzwingen.
"Da hätte man sich wirklich ein neues Rezept ausdenken müssen und [...] nicht einfach dieselbe Story ein bisschen abgeändert nochmal erzählen [sollen]."
Jede Menge Nostalgie – und noch mehr?
Es ist nicht abzustreiten: Der Film liefert viele Callbacks zum ikonischen Vorgänger. Manche davon sind gelungen, doch eindeutig nicht alle. Insgesamt sind auch wir der Meinung, dass "Der Teufel trägt Prada 2" etwas zu sehr auf die Referenzen auf Teil eins setzt.
Da man so sehr auf dem ersten Film aufbaut, wagt man inhaltlich oder strukturell nur wenige Experimente. Der erste Film hatte beispielsweise noch deutlich mehr herausstechende Szenen und Dialoge bzw. Monologe zu bieten. Das Skript von "Der Teufel trägt Prada" ist dem Drehbuch des zweiten Films in dieser Hinsicht überlegen.
Dennoch finden wir, dass man die Figuren und die Welt von "Teufel trägt Prada" gelungen in die heutige Zeit übertragen hat. Man nimmt dem Film die Darstellung der Figuren in ihren jeweiligen Lebensabschnitten ab. Die Weiterführung der Geschichten der Figuren ist logisch erzählt. Wie erwähnt ist in der Fortsetzung der aktuelle Stand des Journalismus und der Medienbranche ein wichtiges Thema, was organisch eingebunden wird. Anhand von Teil eins und zwei lässt sich gut beobachten, wie schnell sich die Medien- und Modewelt (mit Runway als Stellvertreter) in zwanzig Jahren entwickelt hat.

Eine große Schwäche
Neben so einigen Kurzauftritten von bekannten Darstellern aus dem Original, führt "Der Teufel trägt Prada 2" auch neue Figuren ein. Gelungen ist dabei die Ergänzung von Justin Theroux, der mit seiner exzentrischen Art als reicher Unternehmer überaus unterhaltsam ist.
Die Einbindung einer weiteren Cast-Ergänzung kann jedoch weniger überzeugen: Im Laufe des Films lernt Andy den Architekten Peter (Patrick Brammall) kennen. Ihre Romanze überträgt sich allerdings nicht auf den Zuschauer. Vielmehr wirkt die Nebenhandlung deplatziert und ist vom Rest der Handlung nahezu völlig abgekoppelt. Oder wie es Kate Erbland vom Entertainment-Magazin IndieWire radikal beschreibt:
"Das Netteste, was man über den sanftmütigen Architekten Peter sagen kann, ist, dass er atmet. Das Drehbuch gibt ihm sonst überhaupt nichts zu tun."

So kommt Der Teufel trägt Prada 2 an
Insgesamt kommt "Der Teufel trägt Prada 2" recht ordentlich bei der Presse an. Der Kritiker-Score bei Rotten Tomatoes liegt aktuell bei 79%. Die zusammengerechneten Kritikerstimmen auf Metacritic ergeben aktuell einen Wert von 61/100.
Für uns steht fest: Das Ensemble – insbesondere Meryl Streep – bleibt das Highlight des Films und macht ihn sehenswert. In seinen besten Momenten ist "Der Teufel trägt Prada 2" charmant, unterhaltsam und erzeugt ein ähnliches Feeling wie das Original. Gleichzeitig hat das Skript des ersten Films mehr zu bieten, während in der Fortsetzung vor allem die Nebenhandlung um Peter deplatziert ist.
Unser Fazit: Die meisten Fans des Originals werden ihre Freude haben! "Der Teufel trägt Prada 2" ist überwiegend unterhaltsam, aber nicht frei von Schwächen.
Doch macht euch am besten selbst ein Bild: Ab sofort könnt ihr "Der Teufel trägt Prada 2" in den Kinos sehen. Wir wünschen viel Spaß!
