Erste Handlungsdetails zu Kane Parsons' The Backrooms Verfilmung

Das Internet-Phänomen kommt auf die große Leinwand!

Von Jonas Reichel am 4 min Lesezeit

Mit "The Backrooms" bringen A24 und Regisseur Kane Parsons eines der unheimlichsten Internet-Phänomene der vergangenen Jahre auf die große Leinwand. Laut dem a shot Magazin wurden nun erste Handlungsdetails und ein mögliches Startdatum enthüllt.

Im Zentrum des Films steht eine Psychologin, die mit einem erschütternden und scheinbar unmöglichen Fall konfrontiert wird: Einer ihrer Patienten verschwindet spurlos – nicht etwa durch ein Verbrechen oder einen Unfall, sondern, wie es scheint, in einer mysteriösen alternativen Dimension.

Die Hauptrolle übernimmt Renate Reinsve, bekannt für "Der Schlimmste Mensch der Welt" und zuletzt "Sentimental Value". An ihrer Seite werden wir "12 Years a Slave"-Darsteller Chiwetel Ejiofor zu sehen bekommen. Erscheinen könnte der Film im Juli dieses Jahres. Es gilt aber zu betonen, dass es sich bisher um Gerüchte handelt. Offizielle Informationen stehen noch aus. Inszeniert wird der Horrorstreifen vom 20-jährigen Kane Parsons, der 2022 begann, eine Videoserie mit dem Titel "Backrooms" auf seinem YouTube-Kanal hochzuladen.

Bei "The Backrooms" handelt es sich um einen Internetmythos aus dem Bereich der Creepypasta. Inhaltlich stehen eine scheinbar unendliche Abfolge labyrinthartiger Büroräume mit gelben Wänden und ständig summenden Neonröhren. In diese Welt soll man gelangen, indem man durch einen Fehler oder ein "Herausglitchen" aus der Realität dorthin übertritt. Jedes dieser Level besitzt eigene Merkmale und Besonderheiten. In manchen Bereichen begegnet man zudem sogenannten Entities, also Wesen oder Kreaturen, die unterschiedlich gefährlich sein können.

Von Internet-Mythen zum Kinofilm: Creepypastas auf der Leinwand

Creepypastas sind moderne Gruselgeschichten, die sich vor allem über das Internet verbreiten. Der Begriff setzt sich aus "creepy" und "copypasta" zusammen und bezeichnet unheimliche Texte, die kopiert und in Foren, sozialen Netzwerken oder auf speziellen Plattformen geteilt werden. Seit den frühen 2000er-Jahren haben sich Creepypastas zu einem festen Bestandteil der digitalen Popkultur entwickelt. Viele dieser Geschichten werden von Nutzerinnen und Nutzern weitergeschrieben, ergänzt oder als Hörspiele und Videos umgesetzt. Einige besonders erfolgreiche Stoffe fanden schließlich ihren Weg nach Hollywood.

Slender Man: Vom Forenbeitrag zum Horrorfilm

Eines der bekanntesten Beispiele ist der "Slender Man". Die Figur entstand 2009 im Rahmen eines Wettbewerbs in einem Internetforum, bei dem bearbeitete Fotos mit unheimlicher Wirkung erstellt werden sollten. Gezeigt wurde eine große, gesichtslose Gestalt im Anzug, die zwischen Kindern stand. Schnell entwickelten sich zahlreiche Geschichten rund um diese Figur. Besonders die YouTube-Serie "Marble Hornets" trug dazu bei, den Mythos weiterzuverbreiten.

2018 erschien der Film "Slender Man", der die Internetlegende auf die große Leinwand brachte. Obwohl der Film gemischte Kritiken erhielt, zeigt er deutlich, wie stark digitale Mythen inzwischen im Mainstream angekommen sind. Die Figur, die ursprünglich aus einem anonymen Online-Post entstand, wurde zu einer weltweit bekannten Horrorikone.

Bild zu SLENDER MAN Trailer German Deutsch (2018) Exklusiv

The Bye Bye Man: Das gefährliche Aussprechen eines Namens

Ein weiteres Beispiel für eine verfilmte Creepypasta ist "The Bye Bye Man". Die Geschichte dreht sich um ein übernatürliches Wesen, das erscheint, sobald man seinen Namen denkt oder ausspricht. Dieses Motiv knüpft an klassische Horror-Themen an, bei denen verbotenes Wissen oder bestimmte Worte Gefahr bringen.

2017 wurde der Stoff unter dem Titel "The Bye Bye Man" verfilmt. Wie bei vielen Adaptionen bestand die Herausforderung darin, eine ursprünglich kurze Internetgeschichte zu einer abendfüllenden Handlung auszubauen. Der Film zeigt, wie Studios versuchen, aus einem simplen, aber wirkungsvollen Konzept eine größere Erzählung zu entwickeln.

Bild zu THE BYE BYE MAN Exklusiv Clip & Trailer German Deutsch (2017)

The Backrooms: Vom Bild zum Filmprojekt

Auch "The Backrooms" gehören zu den bekanntesten Internet-Horrorphänomenen. Ausgangspunkt war ein einzelnes Bild leerer, gelb beleuchteter Büroräume, das mit einer kurzen, unheimlichen Beschreibung veröffentlicht wurde. Daraus entwickelte sich ein umfangreiches Universum mit verschiedenen Ebenen und Kreaturen. Besonders durch YouTube-Videos im Found-Footage-Stil gewann das Thema enorme Popularität. Inzwischen ist eine offizielle Verfilmung in Arbeit. Dieses Beispiel zeigt, dass nicht nur klassische Textgeschichten, sondern auch Bilder und kurze Videoclips die Grundlage für Filmprojekte bilden können.

Weitere Figuren und Fanverfilmungen

Neben großen Studiofilmen existieren zahlreiche unabhängige Produktionen. Figuren wie "Jeff the Killer", ein entstellter Junge mit unheimlichem Lächeln, oder "Smile Dog" haben Kultstatus erreicht und wurden mehrfach in Kurzfilmen oder Low-Budget-Projekten umgesetzt. Auch wenn diese Produktionen nicht immer große Kinostarts erhalten, zeigen sie die kreative Kraft der Online-Community.Viele dieser Geschichten leben von ihrer Einfachheit und der aktiven Beteiligung der Fans. Gerade diese Offenheit macht sie attraktiv für kreative Weiterentwicklungen, aber auch schwierig für professionelle Verfilmungen.

Warum Creepypastas für Filme interessant sind

Filmstudios greifen zunehmend auf Creepypastas zurück, weil sie bereits eine bestehende Fangemeinde besitzen. Ein Stoff, der online millionenfach gelesen oder angesehen wurde, gilt als vielversprechende Grundlage für eine Verfilmung. Zudem bieten viele Creepypastas eine starke visuelle Idee oder ein klares zentrales Motiv, das sich gut filmisch umsetzen lässt.

Gleichzeitig besteht die Herausforderung darin, die ursprüngliche Atmosphäre zu bewahren. Creepypastas sind oft kurz, rätselhaft und lassen viel Raum für die eigene Vorstellung. Ein Spielfilm hingegen benötigt eine ausgearbeitete Handlung und klare Figuren. Nicht jede Adaption kann diese Balance halten.

Fazit

Creepypastas zeigen, wie sich Horrorgeschichten im digitalen Zeitalter verändern. Was einst als anonymer Forenbeitrag begann, kann heute zur Vorlage für einen Kinofilm werden. Die Verfilmungen verdeutlichen, dass das Internet längst zu einer wichtigen Quelle moderner Mythen geworden ist.