Die Dreharbeiten zum X-Men Reboot sollen offenbar dieses Jahr beginnen!

Zudem gibt es erste Gerüchte zum Cast

Von Jonas Reichel am 4 min Lesezeit

Heiße Gerüchte rund um das "X-Men"-Reboot! Der Film soll nicht nur das nächste große Kapitel im MCU einläuten, sondern auch den Auftakt der sogenannten "Mutanten-Saga" markieren. Und jetzt scheint es schneller voranzugehen, als bisher vermutet. Wie das Branchenportal FilmBase berichtet, könnten die Dreharbeiten noch in diesem Jahr in Großbritannien beginnen.

Fest steht bislang, dass "Thunderbolts"-Regisseur Jake Schreier auch den "X-Men"-Film inszenieren wird. Das Projekt befindet sich aktuell in der Vorproduktion. Details zur Handlung oder dem Cast stehen bisher noch unter Verschluss. In den vergangenen Monaten machten aber immer wieder Gerüchte die Runde, dass "Stranger Things"-Star Sadie Sink, Jesse Plemons und Harris Dickinson Rollen übernehmen könnten.

Da die nächste große MCU-Phase Berichten zufolge bereits 2028 starten soll, gilt dieses Jahr auch als realistischer Zeitpunkt für den Kinostart der X-Men. Gerüchte sprechen von einem möglichen Release am 5. Mai 2028. Wir halten euch auf dem Laufenden!

Die X-Men: Wegbereiter und Gewissen des modernen Superheldenkinos

Die X-Men gehören zu den prägendsten Figuren des modernen Superheldenkinos. Lange bevor das heutige Blockbuster-Zeitalter mit eng vernetzten Filmuniversen begann, bewies ihre erste große Leinwandadaption, dass Comicverfilmungen nicht nur spektakuläre Unterhaltung, sondern auch ernstzunehmendes Mainstream-Kino sein können. Mit dem Start von "X-Men" im Jahr 2000 begann eine neue Ära – sowohl für Marvel-Figuren als auch für das gesamte Genre.

Wegbereiter einer neuen Generation

Als 20th Century Fox die Mutanten ins Kino brachte, war das Vertrauen der Studios in Superheldenstoffe noch begrenzt. Zwar hatte es einzelne Erfolge gegeben, doch das Genre galt als finanziell riskant. "X-Men" setzte auf eine vergleichsweise geerdete Inszenierung, reduzierte die grellen Comic-Kostüme zugunsten eines realistischeren Designs und legte den Fokus auf Figurenentwicklung sowie politische Untertöne. Der Film traf den Nerv der Zeit – und war ein kommerzieller Erfolg. Dieser Erfolg ebnete den Weg für weitere Großproduktionen wie "Spider-Man" von Sam Raimi und bereitete indirekt auch den Boden für das Marvel Cinematic Universe, das 2008 mit "Iron Man" startete. Ohne den Mut und die Resonanz auf die "X-Men" wäre die heutige Dominanz des Superheldengenres im Kino kaum vorstellbar.

Superhelden als politische Allegorie

Was die X-Men von Beginn an besonders machte, war ihre thematische Tiefe. Im Zentrum steht nicht nur der Kampf gegen Superschurken, sondern die Frage nach Identität, Anderssein und gesellschaftlicher Ausgrenzung. Mutanten werden in ihrer Welt gefürchtet, registriert und diskriminiert – ein deutlicher Spiegel realer gesellschaftlicher Konflikte.

Die ideologische Auseinandersetzung zwischen Professor X und Magneto verleiht dem Franchise eine außergewöhnliche moralische Komplexität. Während Professor X auf friedliche Koexistenz setzt, glaubt Magneto an radikalen Widerstand. Diese beiden Pole stehen symbolisch für unterschiedliche Strategien im Umgang mit Unterdrückung – und machen die Filme weit mehr als reine Action-Unterhaltung.

In einer Zeit, in der Blockbuster häufig auf visuelle Effekte reduziert wurden, etablierten die X-Men das Superheldenkino als Plattform für gesellschaftliche Debatten. Themen wie Angst vor dem Fremden, staatliche Kontrolle oder mediale Manipulation wurden offen verhandelt.

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Das Ensemble-Prinzip als Erfolgsmodell

Ein weiterer Meilenstein war die konsequente Umsetzung des Ensemble-Gedankens. Anders als klassische Superheldenfilme, die sich auf eine einzelne Titelfigur konzentrierten, erzählten die X-Men von einer Gruppe mit unterschiedlichen Hintergründen und Fähigkeiten. Figuren wie Wolverine, Storm und Jean Grey erhielten eigene Konflikte und Entwicklungen. Dieses Team-Konzept beeinflusste spätere Produktionen maßgeblich. Der enorme Erfolg von "The Avengers" wäre ohne die Vorarbeit der X-Men kaum denkbar gewesen. Während das MCU seine Helden zunächst einzeln etablierte, bewiesen die X-Men bereits früh, dass ein komplexes Figurenensemble ein Massenpublikum fesseln kann.

Künstlerische Höhen und mutige Experimente

Im Verlauf der Jahre durchlief das Franchise verschiedene kreative Phasen. Besonders "X-Men 2" gilt als einer der stärksten Superheldenfilme seiner Zeit und vertiefte die politischen Spannungen der Vorlage. Spätere Filme experimentierten stärker mit Zeitlinien und Reboots.

Ein herausragendes Beispiel für künstlerische Weiterentwicklung ist "Logan". Der Film brach bewusst mit Genre-Konventionen, erzählte eine düstere, beinahe westernhafte Geschichte und stellte eine gealterte Version von Wolverine in den Mittelpunkt. Statt bombastischer Effekte dominierte hier eine intime, tragische Atmosphäre. "Logan" bewies eindrucksvoll, dass Superheldenfilme auch als Charakterdramen funktionieren können – und erhielt breite Anerkennung von Kritikern wie Publikum.

Auch "X-Men: Zukunft ist Vergangenheit" zeigte, wie flexibel das Franchise mit Kontinuität umgehen konnte. Durch das Spiel mit Zeitreisen verband der Film verschiedene Generationen von Figuren und wurde zu einem Vorläufer jener Multiversum-Erzählweisen, die heute im Blockbusterkino allgegenwärtig sind.

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Nachhaltiger Einfluss auf das Genre

Der nachhaltige Einfluss der X-Men zeigt sich nicht nur in finanziellen Erfolgen, sondern in strukturellen Veränderungen des Genres. Sie etablierten das Superheldenkino als Raum für moralische Grauzonen, gesellschaftliche Allegorien und komplexe Figurenbeziehungen. Gleichzeitig bewiesen sie, dass Comicverfilmungen langfristig tragfähige Franchises sein können.

Heute, in einer Phase, in der das Genre mit Ermüdungserscheinungen zu kämpfen hat, wird deutlich, wie wichtig die Innovationskraft der X-Men war. Sie haben das Fundament gelegt, auf dem moderne Filmuniversen aufbauen. Ihr Vermächtnis besteht nicht nur aus spektakulären Actionszenen, sondern aus der Idee, dass Superhelden mehr sein können als strahlende Ikonen – nämlich Spiegel gesellschaftlicher Realitäten. Damit bleiben die X-Men ein Meilenstein des Superheldenkinos und ein entscheidender Motor für dessen Entwicklung zu einem globalen Kulturphänomen.

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