Steven Spielbergs Rückkehr zur Science-Fiction! Unsere META-Filmkritik zu Disclosure Day: Der Tag der Wahrheit

Wir verraten, was ihr vom Sci-Fi-Thriller erwarten könnt – und ordnen die Urteile anderer Kritiker ein

Von Konstantin Koos am 5 min Lesezeit

"Was wäre, wenn du herausfinden würdest, dass wir nicht allein sind?" Diese Frage steht im Mittelpunkt von "Disclosure Day: Der Tag der Wahrheit" – dem Thriller, mit dem Steven Spielberg ins Science-Fiction-Genre zurückkehrt. Was der Meister-Regisseur aus dieser altbekannten Prämisse herausholt und was wir und andere von seinem neusten Film halten, erfahrt ihr in der META-Filmkritik von KinoCheck.

Darum geht's

Ein Whistleblower (Josh O'Connor) und seine Freundin (Eve Hewson) entwenden geheime Unterlagen von einer mysteriösen Cybersecurity-Firma. Eine Fernsehmoderatorin (Emily Blunt) gibt plötzlich vor laufender Kamera völlig fremdartige Laute von sich. Und ein Konzernboss (Colin Firth) versucht alles, um die Wahrheit zu vertuschen. Die Hauptfiguren in "Disclosure Day" werden in eines der größten Mysterien der Menschheitsgeschichte hineingezogen. Doch wem steht das Wissen um außerirdisches Leben zu? Viel mehr wollen wir von der Handlung an dieser Stelle noch nicht verraten. Hier könnt ihr euch mit dem Trailer ein Bild machen:

Bild zu DISCLOSURE DAY: Der Tag der Wahrheit Trailer German Deutsch (2026) Steven Spielberg

Spielberg dreht wieder Science-Fiction

Eines stand schon im Vorfeld fest: "Disclosure Day" ist thematisch typisch Spielberg. Es handelt sich insgesamt um seinen fünften Film, der sich mit außerirdischem Leben beschäftigt. Zuvor drehte er "Unheimliche Begegnung der dritten Art", "E.T. – Der Außerirdische", "Krieg der Welten" und zuletzt "Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels".

Dabei trommelte er ein altbekanntes Team zusammen. Das Drehbuch stammt von seinem langjährigen kreativen Partner David Koepp ("Jurassic Park"). Der Score wurde vom mittlerweile 94-jährigen (!) John Williams komponiert.

Was könnt ihr von Disclosure Day erwarten?

Doch um was für eine Art Film handelt es sich? Ihr solltet euch bei "Disclosure Day" auf einen echten Science-Fiction-Thriller einstellen. Der Filmkritiker David Ehrlich von IndieWire fasst treffend zusammen: Der Film habe mehr mit "Minority Report" gemeinsam als mit "Unheimliche Begegnung der dritten Art". "Disclosure Day" ist weniger "E.T.", sondern hat auch Elemente eines klassischen Paranoia-Thrillers aufzuweisen. Eine großangelegte Verschwörung, Protagonisten auf der Flucht vor einem mächtigen Konzern und der Versuch, ein großes Geheimnis an die Öffentlichkeit zu bringen. Das alles sind Zutaten eines typischen Verschwörungsthrillers.

Steven Spielberg!

"Disclosure Day" gelingt dabei der Mix aus Sci-Fi und Thriller ziemlich gut. Die Verfolgungsjagd nimmt einen wichtigen Teil der Handlung ein und sorgt für einige Highlight-Szenen. Niemand sollte daran zweifeln, dass Spielberg auch mit 79 Jahren noch actionreiche wie spannungsgeladene Momente inszenieren kann. Dafür sorgen die zahlreichen dynamischen Kamerafahrten und die mitreißend gefilmten Action-Sequenzen. Spielberg schafft es außerdem, von Beginn an seine Geschichte überaus atmosphärisch zu erzählen und die Zuschauer so in seinen Bann zu ziehen.

Eine Performance steht im Mittelpunkt

Auch die Performances können in "Disclosure Day" überzeugen. Vor allem ein Name wird von vielen Kritikern positiv hervorgehoben: Emily Blunt. Blunt hat dabei eine anspruchsvolle Rolle zu meistern. Sie muss sowohl emotionale wie auch komische Momente auf ihren Schultern tragen – was sie schafft. Auch YouTuber Jeremy Jahns hat viele lobende Worte für die Schauspielerin übrig.

"Emily Blunt ist der absolute Star dieses Films. [...] Wir wissen zwar, dass sie großartig ist, aber als ich den Film sah, dachte ich mir: Ja, es gibt einen Grund, warum sie ein Star ist."

Das Dreamteam Williams und Spielberg

Eine Stärke des Films ist auch John Williams' toller Score. Die Hollywood-Legende findet genau den richtigen Ton für die Geschichte, die Spielberg erzählen will. Das wundert aber natürlich niemanden – schließlich arbeiten die beiden seit über 50 Jahren zusammen und kennen sich daher in- und auswendig. Die Musik von "Disclosure Day" ist dabei nicht so omnipräsent und eingängig wie einige seiner populärsten Scores, etwa jene zu "Indiana Jones" oder "Jurassic Park". Vielmehr orientiert sich Williams an der mysteriösen Stimmung und geht dann aber auch bei den emotionalen Momenten in die Vollen.

Die inhaltliche Bewertung der Kritiker

Bei der inhaltlichen Bewertung lassen sich sowohl positive wie auch negative Kritikerstimmen finden. Brian Tallerico von RogerEbert.com zeigt sich von Spielbergs Vision begeistert:

"Ein Film, der den Zuschauern vor Augen führt, dass Blockbuster moralisch und thematisch komplex sein können, während sie einen gleichzeitig hervorragend unterhalten."

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Doch Spielberg hat auch nicht alle von sich überzeugt. So schreibt Antje Wessels von Wessels Filmkritik, dass der Film "seine zahlreichen Zutaten [nicht] zu etwas wirklich Neuem zusammen[...]fügen" kann.

"Unter seiner zeitgemäßen Oberfläche schlägt das Herz eines Films, der von denselben Fragen und letztlich auch denselben Antworten lebt wie Spielbergs Aliengeschichten vor fast fünfzig Jahren."

Wie Wessels sieht Dariusch Tabatabaei vom Portal Netzwelt den Film zwar nicht ausschließlich negativ, zeigt sich aber aufgrund der Erwartungen an Spielberg "bitter enttäuscht". Das harte Urteil: "Nichts aus 'Disclosure Day' bleibt nachhaltig im Gedächtnis."

Auch wir finden, dass "Disclosure Day" keineswegs frei von Schwächen ist. Man muss sich durchaus auf die Prämisse einlassen und sie akzeptieren. Die Alien-Thematik ist auch nicht immer so interessant (oder neu), wie sie womöglich hätte sein können. Dabei bedient sich Spielberg vielleicht auch etwas zu sehr an den populären Verschwörungsmythen. Doch letztlich ist der Film weniger an der Alien-Thematik interessiert. Vielmehr versucht er zu ergründen, wie die Menschen handeln und reagieren – und das ist auch der spannendere Fokus.

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Fazit

Insgesamt kommt "Disclosure Day" bei der Presse überwiegend positiv an. Die zusammengerechneten Kritikerstimmen auf Metacritic ergeben aktuell einen Wert von 74/100. Der Kritiker-Score bei Rotten Tomatoes liegt aktuell sogar bei 84%. Und auch wir sind von Spielbergs neuem Film überzeugt!

Unser Urteil: "Disclosure Day" ist ein atmosphärischer und mitreißend inszenierter Sci-Fi-Thriller mit einer überzeugenden Emily Blunt und spannungsgeladenen Sequenzen. Die Stärken des Films lassen über einige inhaltliche Schwächen hinwegsehen.

Doch macht euch selbst ein Bild: Ab sofort könnt ihr "Disclosure Day: Der Tag der Wahrheit" im Kino sehen. Wir wünschen viel Spaß!

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