Ist das der Weg? Unsere META-Filmkritik zu Star Wars: The Mandalorian and Grogu
Das Side-Quest von Mando & Grogu auf der großen Leinwand – zu wenig Kino, zu viel Serie?
"Star Wars" kehrt zurück auf die große Leinwand! Nach fast sieben Jahren Kinopause reisen wir mit "The Mandalorian and Grogu" endlich wieder in eine weit, weit entfernte Galaxis. Doch können die beliebten Serienhelden auch im Blockbuster-Format überzeugen? Und schafft es der Film das zuletzt strauchelnde "Star Wars"-Kino wiederzubeleben?
In der META-Filmkritik von KinoCheck erfahrt ihr, was euch in "The Mandalorian and Grogu" erwartet – und was wir und andere davon halten!
Darum geht es
Im Zentrum des Films stehen natürlich die beiden bekannten Helden der Disney+-Erfolgsserie "The Mandalorian": Der Kopfgeldjäger Din Djarin, gespielt von Pedro Pascal, und Grogu, oft auch "Baby Yoda" genannt. Der Mandalorianer arbeitet mittlerweile für die noch junge Neue Republik. Das Imperium ist zwar gefallen, doch noch sind zahlreiche imperiale Kriegsherren in der Galaxis verstreut. Mando und sein Schüler Grogu erhalten den Auftrag, einen gefährlichen Warlord ausfindig zu machen. Gleichzeitig starten sie eine Rettungsmission für Rotta, den Sohn von Jabba the Hutt.
Vorab sei gesagt: Vorkenntnisse sind bei "The Mandalorian and Grogu" nicht wirklich nötig. Der Film von Regisseur Jon Favreau ist ein Standalone-Abenteuer, das nur äußerst wenig Anknüpfungspunkte zur Serie hat. Natürlich ist es aber schön, wenn einem Mando und Grogu vertraut sind. Ihre Figuren-Dynamik ist schließlich für viele Fans ein großes Highlight. Doch man kann gut und gerne auch ohne großartiges Vorwissen ins Kino gehen.

Ein neues Abenteuer
Dieses Konzept ist aber Fluch und Segen zugleich. Einerseits ist es positiv, dass "Star Wars"-Fans ohne Vorkenntnisse zur Serie den Film genießen können. Andererseits entgeht den Machern die Chance, die Geschichte rund um Mando & Grogu weiterzuentwickeln.
Ziemlich enttäuschend ist dabei, dass "The Mandalorian and Grogu" von keinem wichtigen Kapitel in der Geschichte der beiden erzählt. Es handelt sich schlichtweg um eine weitere Mission. Der eher belanglosen Geschichte fehlt es an emotionalen Höhepunkten und echter Relevanz für die Hauptfiguren. Gerade die ersten beiden Staffeln von "The Mandalorian" hatten hier mehr zu bieten. Der Ansatz des Films wird unter anderem auch von Tom Jorgensen von IGN kritisiert:
"Diesem 'Star Wars'-Film fehlen Spannung, Überraschungen und echte Herausforderungen – [...] ebenso wie ein ernsthaftes Interesse daran, seine Figuren wachsen und sich verändern zu lassen."
Ein simples Side-Quest?
Man kommt auch nicht um das Gefühl herum, dass die Handlung ebenso gut in zwei Folgen von "The Mandalorian" hätte erzählt werden können. YouTuber Jeremy Jahns geht deshalb mit dem Film hart ins Gericht:
"Jede Minute, die wir mit den Hutts verbringen, fühlt sich wie ein Side Quest an. Doch das Ding ist, dass es die Haupthandlung ist."
Die Hutts bleiben in der Tat ziemlich blass und sind weder originell, noch interessant. Insgesamt bleibt es rätselhaft, warum man die Chance ungenutzt lässt, im ersten Kino-Abenteuer von Mando und Grogu eine besondere Geschichte zu erzählen. Auch als Einstiegspunkt für neue Fans hätte man eine spannendere Story wählen können. So wirkt die Handlung leider nicht angemessen für das Kino-Debüt der Serienhelden und hat kaum spürbare Auswirkungen auf die Figuren. Oder wie es David Hain von BeHaind radikal in seiner Kritik ausdrückt:
"Zumindest war da der Gedanke, dass sie ja wahrscheinlich schon irgendeinen Grund haben, [...] einen eigenen Film dazu zu machen. Stellt sich heraus: Haben sie nicht."
Der Einstieg kann noch überzeugen
Positiv hervorzuheben ist dabei noch der Einstieg. Dabei wird uns eine "Mandalorian"-typische coole Actionsequenz auf einem Schneeplaneten präsentiert. Unterlegt mit dem fantastischen Score von Ludwig Göransson macht der mitreißende Einstieg Lust auf mehr. Viele Kritiker sind sich da einig – so auch Yves vom YouTube-Kanal BelYves:
"Die ersten zehn Minuten [...] sind mit Abstand das Beste am Film. [...] Das erinnert mich so ein bisschen an diese "Mandalorian"-Magie, die wir in der ersten Season hatten."
Was wird positiv hervorgehoben?
Der Einstieg und die Musik von Göransson sind also Highlights des Films. Natürlich gibt es auch Kritikerstimmen, die weitere Elemente positiv sehen. Frank Scheck vom Branchenmagazin The Hollywood Reporter lobt etwa das audiovisuelle Erlebnis:
"Das Budget ist offensichtlich größer, die Action-Sequenzen spektakulär, und ein Großteil des Films wird in voller IMAX-Auflösung gezeigt. Er sieht aus, klingt und fühlt sich an wie ein 'Star Wars'-Film."
Relevant ist für viele sicher auch der Grogu-Faktor. Generell kommen seine Fans durchaus auf ihre Kosten. Die kleine Hauptfigur steuert im Laufe des Films den einen oder anderen niedlichen Moment bei. Schön ist es auch, Sci-Fi-Legende Sigourney Weaver als Kommandantin der Neuen Republik zu sehen – doch ihre Rolle erhält leider nur wenig Screentime.

Fazit
Insgesamt kommt "The Mandalorian and Grogu" durchschnittlich bei der Presse an. Der Kritiker-Score bei Rotten Tomatoes liegt momentan bei etwa 60%. Die zusammengerechneten Kritikerstimmen auf Metacritic hängen sogar noch darunter in den 50ern – also absolutes Mittelmaß. Vor allem in einem Punkt sind sich viele Kritiker einig: Der Film wirkt wie eine weitere Folge von "The Mandalorian". Unserer Meinung nach aber leider nicht wie eine der Highlight-Episoden.
Unser Urteil: Eine schwache Geschichte ohne besondere Momente – wir hätten uns einen besseren Kino-Einstand für Mando und Grogu gewünscht.
Doch macht euch am besten selbst ein Bild: Ab sofort läuft "The Mandalorian and Grogu" im Kino!
