Verstorbener Val Kilmer wird in Film "wiedergeboren" – durch KI

Die Rolle war von Beginn an für den Hollywood-Star vorgesehen

Von Carlos Corbelle Fraga am 3 min Lesezeit

Im vergangenen Jahr ist Hollywood-Star Val Kilmer verstorben. Durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz wird in "As Deep as the Grave" aber eine KI-Version des Darstellers zu sehen sein, wie Variety berichtet. Es geht um die Rolle des katholischen Priesters Father Fintan.

Der Film erzählt die auf wahren Begebenheiten beruhende Story der Archäologen Ann und Earl Morris. Im Mittelpunkt stehen deren Ausgrabungen im Canyon de Chelly in Arizona, durch die sie die Geschichte des Navajo-Volkes erforschen wollen. Die beiden Hauptrollen spielen Abigail Lawrie und Tom Felton. Zu den weiteren Darstellern gehören Abigail Breslin, Tatanka Means, Jacob Fortune-Lloyd und Wes Studi. Die von der KI-Version Kilmers dargestellte Rolle des Father Fintan soll von besonderer Bedeutung für "As Deep as the Grave" sein. Im Laufe des Films soll der Charakter in verschiedenen Stadien seines Lebens zu sehen sein. Um das realisieren zu können, wurden sowohl Aufnahmen des jüngeren Val Kilmer, als auch Aufnahmen aus den letzten Lebensjahren des Schauspielers genutzt.

Ein erstes Bild von der KI-Version Kilmers in "As Deep as the Grave" wurde nun exklusiv von Variety veröffentlicht, wie in dem Social-Media-Post zu sehen ist:

Val Kilmer sollte von Beginn an die Rolle spielen

Bereits fünf Jahre vor seinem Tod wurde Kilmer für "As Deep as the Grave" gecastet. Bevor der Dreh begann, war er durch seine Erkrankung an Kehlkopfkrebs aber so geschwächt, dass er absagen musste. Für Regisseur Coerte Voorhees, der beim Film auch Drehbuchautor und Produzent ist, war Kilmer der Wunschkandidat, wie er im Bericht von Variety erzählt:

"Er war der Schauspieler, den ich für diese Rolle haben wollte. Die Rolle war im Wesentlichen auf ihn zugeschnitten."

Obwohl Voorhees keine einzelne Szene mit Kilmer drehen konnte, hielt er an seiner Idee fest – und konnte sie durch den Einsatz von KI in gewisser Weise doch noch realisieren. Dabei kooperierte er sowohl mit der Nachlassverwaltung des verstorbenen Darstellers, als auch mit dessen Tochter Mercedes. Voorhees zufolge habe auch Kilmers Sohn Jack kein Einwände. Der Regisseur betont:

"Seine Familie sagte immer wieder, wie wichtig der Film sei und dass Val unbedingt ein Teil davon sein wollte. Er erachtete die Story als bedeutsam und wollte, dass sein Name damit in Verbindung gebracht wird. Es war diese Unterstützung, die mir das Selbstvertrauen gab, um zu sagen: 'Okay, lasst uns das machen.' Auch wenn manche es als kontrovers bezeichnen mögen, es ist das, was Val wollte."

Hollywood in Sorge wegen KI

Tatsächlich sorgt der Einsatz von KI für Unruhe in Hollywood. Unter anderem herrscht die Sorge, dass Schauspieler und andere Künstler eines Tages überflüssig werden könnten. Erst kürzlich nährte ein Video mit KI-generierten Versionen von Tom Cruise und Brad Pitt entsprechende Befürchtungen. Im Clip liefern sich die täuschend echt aussehenden Versionen der beiden Stars einen harten Zweikampf. Nachdem das Video viral ging, reagierte unter anderem "Deadpool"-Autor Rhett Reese mit kritischen Worten. Er gab zu bedenken, dass solch ein Einsatz von künstlicher Intelligenz die Karrieren vieler Menschen in Hollywood gefährden könnte (wir berichteten).

Ob "As Deep as the Grave" zur befürchteten Umwälzung Hollywoods beitragen wird, lässt sich noch nicht sagen. Wann der Film veröffentlicht wird, bleibt ebenfalls abzuwarten. In jedem Fall kann man schon jetzt gespannt sein, wie das Publikum auf die KI-Version Kilmers reagiert. Viele kennen den Darsteller aus Blockbustern wie "Top Gun" und "Batman Forever". Zudem glänzte er unter anderem im Kino-Klassiker "Heat" neben Al Pacino und Robert De Niro. Sein Auftritt an der Seite von Tom Cruise in "Top Gun: Maverick" markierte den Schlusspunkt seiner beeindruckenden Karriere.

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