Bieterkampf um Warner Bros: Paramount sticht Netflix aus
Der Streamingdienst steigt aus dem Poker um Warner Bros. aus
Das Blatt hat sich gewendet: Nachdem es lange danach aussah, dass Netflix Warner Bros. übernehmen wird, kommt es nun doch anders. Der Streamingdienst hat bekanntgegeben, dass man das bisherige Angebot nicht weiter nachbessern werde. Dadurch macht man den Weg für Paramount Skydance praktisch frei.
Paramounts Angebot
Die Verantwortlichen bei Warner Bros. Discovery hatten das neue Angebot von Paramount Skydance zuvor als "Superior Proposal" eingestuft. Man sieht das neue Angebot des Unternehmens also als attraktiver als das bisherige an. Paramount Skydance bietet nun 31 US-Dollar pro Aktie in bar – zuvor hatte man noch 30 Dollar geboten. Das Unternehmen plant die komplette Warner Bros. Discovery-Gruppe zu übernehmen. Das Angebot umschließt also auch HBO, HBO Max sowie beispielsweise den Nachrichtensender CNN.
Die Reaktion von Netflix
Netflix hätte nun nach der offiziellen Mitteilung vier Werktage Zeit gehabt, sein Angebot zu verbessern. Doch der Streaming-Riese verzichtet darauf. Die Co-CEOs Ted Sarandos und Greg Peters erklärten, der Zusammenschluss mit Warner sei zwar interessant gewesen, aber nur "zum richtigen Preis".
"Diese Transaktion war für uns immer ein "nice to have" zum richtigen Preis – kein "must have" um jeden Preis."
Die Summe, die nötig wäre, um mit Paramount gleichzuziehen, sei wirtschaftlich nicht mehr sinnvoll. Stattdessen wolle man sich auf das eigene Geschäft konzentrieren und weiter in eigene Filme und Serien investieren.
Was bedeutet das nun?
Durch den Verzicht auf eine Nachbesserung macht man den Weg für eine Übernahme durch Paramount Skydance im Prinzip frei. Für die Film- und Serienbranche wäre das ein bedeutender Schritt. Die Übernahme von Warner Bros. würde die Kräfteverhältnisse in der Unterhaltungsbranche deutlich verschieben. Angesichts der Vielzahl an starken Marken und global erfolgreichen Franchises hätte ein solcher Schritt weitreichende Auswirkungen auf die Kino-, Streaming- und Serienlandschaft. Welche spezifischen Folgen die Übernahme haben wird, bleibt jedoch zu diesem frühen Zeitpunkt noch abzuwarten.
Die größten Franchises, Filme und Serien von Warner Bros. und HBO
Fest steht: Warner Bros. gehört zum festen Inventar der Film- und Serienwelt. Seit Jahrzehnten zählt man zu den prägendsten Studios Hollywoods. Gemeinsam mit HBO hat das Unternehmen Film- und Seriengeschichte geschrieben. Warner Bros. steht vor allem für großes Blockbuster-Kino und weltbekannte Marken, HBO für anspruchsvolle, vielfach ausgezeichnete Serien. Zusammen vereinen sie einige der erfolgreichsten Titel der modernen Popkultur.
Warner Bros.: Große Kinowelten und ikonische Marken
Ein wichtiger Teil von Warner Bros. ist das DC-Universum mit Figuren wie Batman, Superman oder Wonder Woman. Besonders prägend waren Christopher Nolans "The Dark Knight"-Trilogie oder Erfolge wie "Joker" und "The Batman". Zuletzt wurde mit "Superman" das DCU unter der kreativen Leitung von James Gunn gestartet.
Ein weiterer Meilenstein ist die achtteilige "Harry Potter"-Reihe, die zu den erfolgreichsten Filmserien aller Zeiten gehört. Mit den späteren "Phantastische Tierwesen"-Filmen wurde "Wizarding World" ausgebaut. Über das Tochterstudio New Line Cinema ist Warner zudem eng mit den Mittelerde-Verfilmungen von Regisseur Peter Jackson verbunden. "Der Herr der Ringe" gilt bis heute ebenfalls als Meilenstein des Fantasy-Kinos.
Hinzu kommen große Action- und Eventreihen wie das MonsterVerse rund um Godzilla und King Kong. Auch ikonische Namen wie "Matrix", "Blade Runner", "Mad Max: Fury Road" oder "Inception" unterstreichen die Bandbreite des Studios. Zuletzt sorgten auch "One Battle After Another" und "Blood & Sinners" für Furore.

HBO: Anspruchsvolle Serien und das Golden Age of Television
Während Warner Bros. das Kino prägt, steht HBO für hochwertiges Fernsehen. Der Sender gilt als einer der wichtigsten Wegbereiter des sogenannten "Golden Age of Television".
Mit "Game of Thrones" gelang HBO eine der erfolgreichsten Serienproduktionen des 21. Jahrhunderts. Über acht Staffeln hinweg dominierte die Fantasy-Saga die Popkultur weltweit. Das Universum wird mit "House of the Dragon" und "A Knight of the Seven Kingdoms" weitergeführt, weitere Projekte sind geplant.
Auch die Videospieladaption "The Last of Us" entwickelte sich rasch zu einem Aushängeschild des Senders und setzte neue Maßstäbe für hochwertige Serien nach Game-Vorlagen. Zu den weiteren gefeierten Serien zählen "True Detective" oder "Succession". Mit "Die Sopranos" hatte HBO Ende der 1990er- und Anfang der 2000er-Jahre das Fundament für das heutige Prestigefernsehen gelegt. Ergänzt wird das Portfolio durch stilprägende Titel wie "Westworld", "Euphoria", "Chernobyl" und "The Wire".
