Spider-Man Universe: Schon wieder ein Reboot geplant

Die Flops von Sony haben Konsequenzen

Von Carlos Corbelle Fraga am 3 min Lesezeit

Sonys "Spider-Man Universe" soll einem Reboot unterzogen werden. Nach den Flops von "Morbius", "Madame Web" und "Kraven the Hunter" sehen die Verantwortlichen offenbar keinen Sinn mehr darin, das bislang etablierte Universum weiter auszubauen. Stattdessen soll es einen Neustart geben. Das bestätigte Sony-Pictures-CEO Tom Rothman im Podcast The Town.

Rothman wurde gefragt, ob das "Spider-Man Universe" am Ende sei. Der Sony-Boss verneinte das und bestätigte, dass es ein Comeback geben werde. Auf die Frage, ob es sich dabei um ein Reboot mit neuen Leuten handle, antwortete Rothman mit einem eindeutigen: "Ja, ja." Somit ist klar: Es wird keine direkten Fortsetzungen der bisherigen "Spider-Man"-Ableger von Sony geben. Also kein "Morbius 2" mit Jared Leto als vampirischer Titelheld Michael Morbius, kein "Madame Web 2" mit Dakota Johnson als hellseherische Cassandra Webb und kein "Kraven the Hunter 2" mit Aaron Taylor-Johnson als Jäger Sergei Kravinoff.

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Kommt mit dem Reboot auch ein neuer Spider-Man?

Weitere Details zum geplanten Reboot gab Rothman allerdings nicht preis. Somit bleiben einige Fragen vorerst offen. Darunter, welche Charaktere aus der langjährigen Geschichte der "Spider-Man"-Comics als nächstes für die Leinwand adaptiert werden. Oder ob bereits etablierte Figuren wie Venom und Carnage oder eben Morbius, Madame Web und Kraven the Hunter dennoch erneut vorkommen, wenn auch von anderen Schauspielern verkörpert. Vor allem aber stellt sich die Frage: Wird es auch einen neuen Spider-Man geben? Derzeit wird der beliebte Marvel-Superheld von Tom Holland verkörpert. Nach "Spider-Man: Homecoming" und "Spider-Man: No Way Home" sowie weiteren Auftritten in Filmen des Marvel Cinematic Universe wird er im Juli dieses Jahres in "Spider-Man: Brand New Day" in seinem dritten Solo-Abenteuer zu sehen sein. Ob im Zuge von Sonys Reboot ein neuer Darsteller ins Spider-Man-Kostüm schlüpfen wird, bleibt abzuwarten.

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In jedem Fall brechen spannende Zeiten für "Spider-Man"-Fans an - sowohl im Kino, als auch im TV. Nach dem Live-Action-Film "Spider-Man: Brand New Day" folgt im Juni 2027 der dritte Teil der umjubelten Animationsfilmreihe: "Spider-Man: Beyond the Spider-Verse". Zudem wird noch dieses Jahr "Spider-Noir" an den Start gehen. Die neue Serie startet am 27. Mai 2026 bei Prime Video, besteht aus insgesamt acht Folgen und zeigt eine völlig neue Version von Spider-Man. Die Handlung spielt nicht in der Gegenwart, sondern im New York der 1930er Jahre. Verkörpert wird der Titelheld von Hollywoodstar Nicolas Cage (wir berichteten).

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Nicht der erste Kino-Neustart von Spider-Man

Das nun geplante Reboot von Sonys "Spider-Man Universe" ist nicht der erste Leinwand-Neustart für den Superhelden. In Sam Raimis Trilogie aus den 2000er Jahren schlüpfte zunächst Tobey Maguire in die Rolle von Peter Parker alias Spider-Man. In den 2010ern wurde alles wieder auf Anfang gestellt: Nun verkörperte Andrew Garfield den Superhelden in zwei "Amazing Spider-Man"-Filmen von Regisseur Marc Webb. Ab 2019 begann die Ära von Tom Hollands Spider-Man, der fortan nicht nur in eigenen Filmen auftrat, sondern gleichzeitig in das bereits bestehende Marvel Cinematic Universe integriert wurde, um an der Seite von Iron Man, Captain America und Co. ein Teil der Avengers zu werden.

Obwohl sich Spider-Man beim Kinopublikum extrem großer Beliebtheit erfreut und trotz verschiedener Darsteller regelmäßig hohe Einspielergebnisse erzielte, konnten die Ableger aus Sonys "Spider-Man Universe" nur selten an die Erfolge anknüpfen. Lediglich die drei "Venom"-Filme mit Tom Hardy konnten sich an der Kinokasse behaupten. "Morbius" und "Madame Web" spielten dagegen nur knapp ihre Produktionskosten wieder ein, während "Kraven the Hunter" wohl endgültig das Schicksal von Sonys "Spider-Man Universe" besiegelte. Bei Produktionskosten von über 100 Millionen US-Dollar erzielte der Film gerade mal 62 Millionen an den weltweiten Kinokassen. Ein finanzielles Fiasko. Zudem fielen "Morbius", "Madame Web" und "Kraven the Hunter" auch bei der Kritik durch, ernteten zum Teil vernichtende Urteile.

Dass es nun zum Reboot kommt, ist also durchaus nachvollziehbar. Ob es in Zukunft besser wird, bleibt dagegen abzuwarten.

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